Mörderische Heimatliebe oder: Warum sind Regionalkrimis eigentlich so angesagt?

Eifelkrimis, Kult-Kommissar Kluftinger, Krimis aus der Bretagne – beim Stöbern in der Buchhandlung stolpert man inzwischen förmlich über ganze Regale und Tische voller Regionalkrimis. Sogar im Fernsehen läuft die urkomische Eifel-Krimi-Serie „Mord mit Aussicht“ mit großem Erfolg. Während vor einigen Jahren das Krimi-Genre in der Literaturwelt ein eher angestaubtes Image hatte, boomen die Ermittlergeschichten aus allen Ecken des Landes (und aus anderen Ländern). Dabei ist eines (fast) allen Ermittlern gemein: Sie sind echte Typen mit einem hohen Wiedererkennungswert und meist seltsamen Marotten. Aus dem TV kennt man das vom „Tatort“, Stichwort Münster oder „Schimmi“ in den 80ern.

Mich persönlich begeistern die Geschichten aus den unterschiedlichen Regionen sehr. Je verschrobener der Kommissar ist, umso sicher ist es, dass ich bei der Sache bleibe. Dabei denkt man bei „Heimat“ und „regional“ ja eigentlich eher an grüne Wiesen, heile Welt und blauen Himmel als an Mord und Totschlag. Vielleicht macht gerade das den Reiz der Regionalkrimis aus: Selbst in der heimatfilmverdächtigen Alpenkulisse lauert das Böse und leben Menschen ihre mörderischen Fantasien aus.

Regionalkrimis sind immer ein tolles Geschenk für Geburtstagskinder aus der jeweiligen Gegend – so findet mancher zum Lesen, der mit Büchern sonst nicht viel am Hut hat. Auch für Nachwuchsautoren sind Regionalkrimis oft das Sprungbrett in die Krimiszene. Wie gut, dass es in Deutschland so viele unterschiedliche Landstriche gibt – die hoffentlich noch eine ganze Menge Menschen zum Schreiben anregen! Und wer weiß, vielleicht mischt ja irgendwann mal ein Ermittler aus dem beschaulichen Lahntal mit… 😉

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