Mit Schwips, Rührteig, Süße Kleinigkeiten, Weihnachten
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Ganz klassisch mit Nadelstreifen: Baumkuchen

Baumkuchen, Weihnachten, Rührteig, etwas Besonderes, Schokolade

Keine Angst, Baumkuchen braucht nur ein wenig Zeit und Geduld

Habe ich schon erwähnt, dass ich am allerliebsten “trockenen” Kuchen, also alles ohne Sahne und Buttercreme, esse? Kein Wunder, dass ich sofort begeistert war, als meine Mama zum ersten Mal einen Baumkuchen gebacken hatte. Diese vielen Schichten aus Rührteig und dann noch eine dicke Schicht Schokolade außen herum – lecker!

Als Kinder haben wir immer gerätselt, wie dieses seltsame Streifenmuster wohl in den Kuchen gekommen ist. Er sah ähnlich aus wie die Prinzregenten-Torte, die meine Oma ganz oft gebacken hat, aber die Creme zwischen den einzelnen Schichten fehlte. Wurde der Kuchen am Stück gebacken und dann anschließend in viele kleine Böden geschnitten und wieder zusammengesetzt? Nee, konnte auch nicht sein. Woher sollten denn dabei die feinen, braunen Streifen kommen?

Baumkuchen möchte ein paar Tage ruhen und durchziehen

Irgendwann lüftete meine Mama das Geheimnis – oder anders gesagt, ich war einfach mal zu Hause, als sie wieder einen Baumkuchen zauberte. Dass man einen Kuchen grillen kann, fand ich sehr ungewöhnlich. Da es doch einige Zeit braucht, um einen Baumkuchen zu backen, gab es diesen bei uns auch nur zu besonderen Anlässen. Ganz oft stand er an den Weihnachtstagen auf dem Kaffeetisch.

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Das Praktische ist: Er kann schon mindestens eine Woche vorher gebacken werden, denn unter der Schokoladenhülle und gut eingepackt in Alufolie hält er sich sehr lange. Außerdem braucht er mindestens zwei, drei Tage, um richtig durchzuziehen und weich zu werden.

Bei meinem Lieblingskonditor gehört Baumkuchen ganz klar zu den Rennern im Weihnachtsgeschäft. Vor einigen Jahren habe ich im Advent einen Pralinenkurs bei ihm gemacht und in der Backstube stand der noch warme Baumkuchen, den einer der Konditoren mittags gebacken hatte (wir haben sogar etwas davon naschen dürfen!). Dort entsteht die Leckerei natürlich im großen Stil: Wie ein Spanferkel dreht sich der Teig an einem Spieß und Schicht für Schicht wird ganz dünn aufgetragen und gegrillt. Ganze sechs Liter Wasser trinkt der Konditor, während er schwitzend den Baumkuchen backt!

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Zu einer Sauna wurde meine Küche gestern nicht, als ich den Kuchen für Weihnachten gebacken habe, aber lange gedauert hat es auch. 😉 Wer sich an einem Baumkuchen versuchen möchte, sollte unbedingt Zeit einplanen, denn der Teig wird in dünnen Schichten jeweils zwei Minuten lang im Ofen gegrillt und sicherheitshalber sollte man den Kuchen dabei im Blick behalten – verbrannte Schichten haben im Baumkuchen nichts verloren! Aber außer Geduld sind keine wirklich großen Handwerkskünste gefragt, der Kuchen besteht aus einem einfachen Rührteig – also, keine Angst und ran ans Werk!

Die Zutaten für eine Springform oder Backrahmen von ca. 28×18,5cm

6 Eier

1 Prise Salz

250g weiche Butter

180g Zucker, 1 EL Vanillezucker

3-5 EL Rum

150g Mehl

100g Speisestärke

300g Kuvertüre (Vollmilch oder Zartbitter)

Der Baumkuchen muss in einem Ofen mit Grillfunktion gebacken werden, nur bei Umluft oder Ober-Unterhitze funktioniert es leider nicht. Die Grillstufe auswählen und den Herd bei 250 Grad vorheizen. Die Springform oder den Backrahmen auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech bereitstellen.

Zuerst werden vier der Eier getrennt und das Eiweiß mit Salz zu Schnee geschlagen, zur Seite stellen.

Butter und beide Zuckersorten mit dem Mixer oder der Küchenmaschine cremig rühren, das sollte ruhig einige Minuten dauern. Nach und nach die Eigelbe und dann die beiden restlichen ganzen Eier dazugeben und weiterrühren. Den Rum dazugeben und dann Mehl und Speisestärke auf den Teig sieben. Zum Schluss noch den Eischnee vorsichtig unter den Teig rühren.

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Jetzt kann es losgehen: Zwei Esslöffel Teig auf dem Boden der Form verteilen und gleichmäßig glattstreichen. Im oberen Teil des Ofens grillt die erste Schicht für ca. zwei Minuten. Ziel ist es, eine leicht gebräunte Oberfläche auf jeder Schicht zu bekommen, damit sich später das typische Streifenmuster im angeschnittenen Kuchen zeigt.

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Für die nächste Schicht wieder zwei Esslöffel Teig auf Schicht Nummer eins verstreichen und für zwei Minuten grillen. Den restlichen Teig genau so verarbeiten: Zwei Löffel Teig verstreichen, backen, bis die Oberfläche leicht braun ist, dann die nächste Schicht…

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Nach dem Auskühlen kann der Kuchen aus der Form gelöst und mit einer Schicht geschmolzener Kuvertüre überzogen werden. Den Baumkuchen kann man wie einen “normalen” Torte in 12 oder mehr Stücke teilen oder in Würfel schneiden.

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