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Hömma, ein Krimi aus’m Pott: „Mord und Wischmopp“

Mit Ruhrpott-Schnauze putzt sich Pamela Schlonski durch ihren ersten Fall

Große Klappe, Herz am rechten Fleck und vorm Teufel keine Angst: Putzfirma-Chefin Pamela schliddert mitten in einen Mordfall und unterstützt die Polizei, wo sie nur kann. „Mord und Wischmopp“: ein Ruhrpott-Krimi von Mirjam Munter.

Hömma, wat is dat denn? Der is ja tot! Pamela Schlonski kann es nicht fassen: Gerade will sie bei einem ihrer Kunden, einem Fotoclub, sauber machen, da entdeckt sie den Vorsitzenden Peter Neumann. Auf einem Stuhl. Mit Klebeband gefesselt. Und tot.

Nach dem ersten Schreck ruft Pamela Schlonksi die Polizei. Während die Beamtin, die kurz darauf bei ihr ist, sich rührend um sie kümmert und einen Schock vermutet, findet Pamela die ganze Situation jetzt hochspannend. Wann gerät man schon einmal in eine Mordermittlung? Hauptkommissar Lennard Vogt übernimmt und schon in der ersten Befragung ist er ganz und gar nicht Pamelas Fall. Typisch norddeutsch – korrekt, wortkarg und irgendwie stoffelig. Ganz das Gegenteil der warmherzigen Ruhrpottlerin.

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Bei Freundin Ahsen und ihrem besten Freund Totti ist Pamela nach Feierabend die ganz große Nummer. Haarklein muss sie alles berichten und dabei fällt Pamela auch der Papierschnipsel wieder ein, den sie für verdächtig gehalten und eingesteckt hat. Sie beschließen, dass sie ihn bei Kommissar Vogt abliefern muss, auch, wenn es schon spät ist.

Ihr ahnt es vermutlich schon: In „Mord und Wischmopp“ wird die Putzkraft zur Ermittlerin. Spürnase Pamela kann es nämlich gar nicht haben, dass dieser Kommissar aus dem Norden ihre Hilfe ablehnt. Dabei bekommt Pamela bei ihrem Putz-Job im Fotoclub so einige spannende Informationen mit…

Klar, dass sie und Ahsen undercover eingreifen und auf eigene Faust herausfinden wollen, wer Peter Neumann umgebracht haben könnte.

„Mord und Wischmopp“ ist der erste Fall, in dem Autorin Mirjam Munter ihre Heldin Pamela Schlonski ermitteln lässt. Ich mag sie ja, die „Pottis“: Direkt, klare Worte, hart, aber herzlich. Genau so eine Figur ist Pamela. Die Ruhrpott-Seele bringt Mirjam Munter auch durch Pamelas Sprache zum Ausdruck. So weiß ich jetzt auch, dass der „Möppel“ der Wischmopp oder Putzlappen ist. Lebenslanges Lernen und viel Lokalkolorit, wie sich das für einen Regionalkrimi gehört.

Neben viel Humor bringt „Mord und Wischmopp“ aber auch eine ordentliche Portion Spannung mit. Mehr als einmal denkt man als Leser, dass der Fall doch jetzt gelöst sein müsste. Geld, Neid, und dann auch noch eine brisante Liebensbeziehung – Motive gibt es schließlich genug.

Ach so: Zwischen Pamela und dem Kommissar bleibt die Stimmung übrigens nicht ganz so frostig. Sie schafft es tatsächlich, ihn im Laufe der Handlung ein kleines Bisschen zu „entklemmen“. Wie weit, das verrate ich Euch natürlich nicht. Genau so wenig wie die Lösung des Falls.

Die könnt Ihr prima im Garten oder auf dem Balkon beim Faulenzen in der Sonne – oder besser: im Schatten! – nachlesen. Denn „Mord und Wischmopp“ ist richtig gute Unterehaltung, nicht nur für den Urlaub. Mir haben Pamela und ihre große Klappe jedenfalls bestens gefallen. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall…

Mirjam Munter: „Mord und Wischmopp“, Ullstein, 384 Seiten, ISBN: 978-3-548-06538-0, 19,99 Euro (Taschenbuch), 9,99 Euro (eBook)

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