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Nervenkitzel am Main: „Nachspielzeit“

Der zweite Offenbach-Krimi mit Adi Hessberger

Da ist er wieder: Adi Hessberger, Kriminalhauptkommissar und Anhänger der Offenbacher Kickers. Fußball kommt auch in Thorsten Fiedlers neuem Krimi „Nachspielzeit“ nicht zu kurz – Spannung aber auch nicht! So dramatisch, wie der erste Fall aus Offenbach, „Schlusspfiff“, aufhörte, so dramatisch beginnt der neue Krimi. Kommissar Adi Hessberger ist immer noch fix und fertig, denn seine Kollegin und (heimliche) große Liebe Sina Fröhlich liegt im Koma, nachdem ein Serienmörder sie umbringen wollte. Aid und sein Leben dümpeln so vor sich hin, nicht einmal sein Lieblingsverein, die Kickers, kann seine Laune heben. Stattdessen hebt er das ein oder andere Bier zu viel…

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Genau dieses Bier bringt ihm neue Ermittlungen und Abwechslung im Dienstalltag ein. Das „Offenbacher Bier“, Hessbergers Haus-und-Hof-Bier, soll seinen Namen ändern, weil ein Konkurrent die Brauerei verklagt hat – klar, dass die Offenbacher Anhänger dagegen demonstrieren. Was als harmloser Einsatz bei einer friedlichen Demo beginnt, endet mit einem toten Kollegen und ist der Beginn einer nervenaufreibenden Zeit für Adi Hessberger und seine Kollegen im Polizeipräsidium Südosthessen. Plötzlich kommt es zur Panik unter den Demonstranten und als sich das Chaos lichtet, findet Adi seinen Kollegen Bilal tot unter einem Müllcontainer.

„Nachspielzeit“ bietet soliden Krimispaß

Nur ein Tag nach Bilals Tod erscheint Polizeirat Thalbach nicht zum Dienst. Ganze zwei Monate vergehen, ohne dass der Chef wieder auftaucht oder es einen Hinweis auf sein Verschwinden gibt. Als noch ein weiterer Kollege spurlos verschwindet, ist für Adi und seine Kollegen klar: Jemand hat es auf die Polizisten abgesehen. Wer könnte dahinter stecken? Und kann es wirklich Zufall sein, dass bei der Obduktion des toten Bilal dieselben Stichwunde entdeckt wurde wie bei den Opfern des Serienmörders, der auch Sina umbringen wollte?

An Dramatik ist „Nachspielzeit“ kaum zu überbieten. Einmal begonnen, möchte man den Krimi am liebsten in einem Stück durchlesen. Rückblenden, aktuelle Ereignisse und nicht zuletzt die Story um die aus dem Koma erwachte Sina und den fiesen Polizeipsychologen Weiß verbinden sich zu einem Krimi, der einfach nur Spaß macht. Am Ende war ich ungefähr so atemlos, wie ich nach einem 90-minüten Fußballspiel gewesen wäre – also als Spieler, nicht als Zuschauer.

Die Figur des Adi Hessberger war mir schon in „Schlusspfiff“ auf Anhieb sympathisch und Thorsten Fiedlers Schreibstil ist ebenso ansprechend geblieben. Ein packender Fall, schlüssig erzählt und Charaktere, die nicht nur sehr gut gezeichnet sind, sondern (bis auf Weiß) auch echt sympathisch: „Nachspielzeit“ ist ein solider Krimi, den nicht nur Fußballfans mögen werden.

Mein Fazit: „Nachspielzeit“ ist ein toller Lese- und Geschenktipp für alle, die gerne Krimis mit Lokalkolorit lesen und Lust auf Nervenkitzel haben. Ach ja: Nach der „Nachspielzeit“ ist vor dem nächsten Fall für Adi und Co., oder?

Thorsten Fiedler: „Nachspielzeit“, 215 Seiten, MainBook Verlag, ISBN: 978-3947612529, 10,70 Euro (Taschenbuch), 7,99 Euro (eBook)

Ein Rezensionsexemplar des Buches wurde mir vom MainBook Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

 

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