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“Tod im Alten Land”: Gelungene Premiere für den Commissario

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Im Krimidebüt von Daniel E. Palu gerät Hauptkommissar Gabriele Berlotti unter Druck

Er fährt Fiat 500, liebt guten Kaffee und tiefgründige Weisheiten: Gabriele Berlotti ermittelt in “Tod im Alten Land” zum ersten Mal in Hamburg – und macht direkt Lust auf eine Fortsetzung. Es sind Nachfragen wie diese, die mein Blogger- und Leserherz ein kleines bisschen schneller schlagen lassen: Der Verlag eines neuen Krimi-Autors fragt an, ob ich dessen ersten Krimi vorstellen möchte. Das habe sich der Autor gewünscht. Na klar, nichts lieber als das! Und so landete “Tod im Alten Land” in meinem Briefkasten und ich war gespannt, was mich erwarten würde.

Um es direkt vorwegzunehmen – meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Kommen wir zur Story. Hauptkommissar Gabriele Berlotti beschließt, zurück in seine Heimat ins Alte Land zu ziehen und zwar in sein Elternhaus auf einem Apfelhof. Er tritt einen neuen Job als Hauptkommissar in Hamburg an und zum Einstieg geht es direkt zur Sache. In Hamburg sind die Kandidaten für die bevorstehende Bürgerschaftswahl im Endspurt ihres Wahlkampfs und ausgerechnet in dieser Zeit wird ein Journalist ermordet. Der erste Tag in der neuen Dienststelle beginnt für Gabriele sofort mit einem Besuch am Tatort.

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Dieser befindet sich in der Wohnung von Wolfgang Scherff, dem Leiter der Hamburger Journalistenschule. Scherff befindet sich ebenfalls dort – tot und mit eingeschlagenem Schädel.Berlotti und seine Kollegin Katharina Meinhold starten die Ermittlungen. Es bleibt nicht bei diesem einen Mord, schon kurze Zeit später wird erneut ein ermordeter Journalist gefunden.

“Tod im Alten Land” spricht etliche aktuelle Themen an

Daniel E. Palu greift in “Tod im Alten Land” eine ganze Reihe aktueller Themen auf. Fake News oder “alternative Fakten”, eine rechts-populistische Partei und Fremdenfeindlichkeit finden ebenso statt wie die verzweifelten Vesuche von Mama Berlotti, den geschiedenen Sohnemann mit einer Italienerin zu verheiraten (ich habe teilweise sehr gelacht, weil es einfach so liebevoll schrullig-komisch geschrieben ist).

Kommissar Berlotti, dem von seiner früheren Dienststelle in Frankfurt der Ruf vorauseilt, eine hervorragende Aufklärungsquote zu bieten, bekommt nach dem weiteren Mord Druck von ganz oben. Hinzu kommt, dass er parallel zu den schwierigen Ermittlungen selbst angegriffen wird und seine Eltern Opfern eines fremdenfeindlichen Brandanschlags werden. Die Ereignisse spitzen sich mehr und mehr zu. Es kommt zur Verfolgugsjagd durch den Alten Elbtunnel, Kollegin Katharina wird angeschossen und man möchte spätestens jetzt das Buch in einem Rutsch zu Ende lesen.

Gebürtiger Sizilianer, Fiat-500-Fahrer und Kaffee-Liebhaber: Wie könnte ich anders, als Berlotti direkt sympathisch zu finden? Mit der Figur des Hauptkommissars hat Daniel E. Palu einen wirklich interessanten Ermittler geschaffen. Tiefgründig, natürlich mit einer Vorgeschichte und Humor besitzt er auch noch. Genau mein Fall! “Tod im Alten” Land hat mir großen Spaß gemacht und ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Fall mit dem netten Commissario. Der wird kommen, denn er ist bereits in Arbeit…

Autor Daniel E. Palu ist selbst Journalist, lebt und arbeitet in Hamburg. Dass er professioneller “Buchstaben-Schubser” (nicht böse gemeint, ich bin selbst einer!) ist, merkt man seinem Krimi sofort an. Die Sprache ist flüssig, schlüssig und ausgefeilt. Der Text lebt und ich habe gleich in die Handlung hineingefunden. Mit Kommissar Berlotti hat Daniel E. Palu übrigens die italienischen Wurzeln gemeinsam – und die Liebe zum Kaffee.

Mein Fazit: “Tod im Alten” Land bringt alles mit, was für mich einen guten Krimi mit lokalem Bezug ausmacht. Es gibt einen spannenden Fall mit aktuellen Bezügen, einen überzeugenden Chefermittler und eine sehr gut gestrickte Story. Dazu kommen die ortskundigen Beschreibungen von Hamburg und dem Alten Land, die einen selbst mit vor Ort sein lassen. Wer also noch ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk für einen Krimifan sucht, kann mit “Tod im Alten Land” echtes Lesevergnügen verschenken.

Daniel E. Palu: “Tod im Alten Land”, Emons Verlag, 320 Seiten, 13 Euro, ISBN: 978-3-7408-0935-5

1 Kommentare

  1. Tina Krieg sagt

    Liebe Chrissy,
    vielen Dank für die tolle Buchvorstellung!
    Bei der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk (für mich 😉) bin ich hier fündig geworden.
    Bin schon sehr gespannt…
    LG, Tina

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