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Back to the roots: Camping im Norden mit Oldtimer und Zelt {krimiundkeks unterwegs}

Urlaub zum Entschleunigen: Wir gehen campen mit dem „blauen Klaus“

Sieben Tage, Woche, 26 PS, ein Zelt und jede Menge Spaß: Wir haben im Juni einen ziemlich coolen Roadtrip an die Nordsee gemacht. Unterwegs waren wir mit dem „blauen Klaus“, unserem Fiat 500 von 1968 und dem Zelt. Ziel: Bremen und die Nordsee. 

Dass ich mal mit einem winzigen Auto und einem Zelt in den Urlaub fahren würde, hätte ich bis vor Kurzem wohl selbst nicht geglaubt. Genau das haben Herr krimiundkeks aber im Juni gemacht. Und es war eine irre tolle Woche!

Wir hatten Anfang des Jahres zwei Wochen Urlaub für Juni eingeplant, aber noch keine Ahnung, ob man zu diesem Zeitpunkt verreisen kann oder nicht. Irgendwann haben wir abends mit den Nachbarn auf der Terrasse gesessen und laut gedacht. „Warum packen wir nicht Zelt und Schlafsack in den Klausi und fahren einfach los?“ Ich weiß gar nicht mehr, wer von uns Beiden den Satz laut ausgesprochen hatte, aber der Gedanke an eine Woche Camping ohne Luxus und Firlefanz gefiel uns immer besser.

Da unser Zelt nicht mehr am Stück von einem Festival zurückgekommen war, kaufte Herr krimiundkeks kurzerhand ein neues. Und was für ein schickes Teil: ein Tunnelzelt mit viel Platz und sogar einem „Wohnzimmer“, in dem wir samt zwei Stühlen sitzen konnten, falls es mal regnen sollte. Schlafsäcke haben wir, den Gaskocher konnten wir vom Boot holen. Zwei bequeme Campingstühle haben wir noch eingekauft und fertig war die Laube.

Ach ja: Falls Ihr Euch fragt, wer eigentlich dieser Klausi ist – hier kommt die Auflösung. Der blaue Klaus ist ein Fiat 500, der seit drei Jahren uns gehört. Der Kleine ist Baujahr 1968 und Herr krimiundkeks, der alte Schrauber, hat ihn auf Vordermann gebracht. Er fährt damit fast täglich zur Arbeit, falls kein Schnee liegt oder es sonstwie eklig für alte Autos sein könnte, und eine Rallye bei 34 Grad im Schatten haben wir auch schon ins Ziel gefahren. Warum sollte er uns nicht auch in den Urlaub bringen? Da unser Nachbar auch Oldtimer-Fahrer ist und eine eigene Hebebühne hat, wurde der blaue Klaus kurz vor dem Urlaub noch einmal gründlich durchgecheckt und wir waren startklar.

Je nach Wetter hatten wir uns zwei Alternativen überlegt: Camping am Main bei Würzburg oder Camping im Norden – Bremen und dann weiter an die Nordsee. Bei den angekündigten 33 Grad und mehr haben wir uns dann spontan für den Norden entschieden. Hitze lässt sich am Meer dann doch besser aushalten als zwischen Weinbergen…

Und hier unser Roadtrip in den Norden in den einzelnen Etappen:

  • 12. Juni: Abfahrt nach Bremen
  • 13. bis 14. Juni: Bremen
  • 15. Juni: Wremen an der Wurster Nordseeküste
  • 16. bis 18. Juni: entweder dort bleiben oder weiter nach Otterndorf
  • 19. Juni: zurück nach Hause

Die Campingplätze in Bremen und zwei Nächte in Wremen hatten wir von zu Hause schon gebucht. Das braucht man außerhalb einer Pandemie nicht, wenn man nur mit einem Zelt unterwegs ist. Wer mit dem Camper anreist, reserviert besser immer vorab. Vor allem, wenn man noch Strom oder einen festen Untergrund braucht. Für Campingplätze galt im Juni 2021 dasselbe wie für alle anderen touristischen Übernachtungen in Deutschland: Wir brauchten einen maximal 24 Stunden alten, negativen Coronatest (bzw. den vollständigen Impfnachweis, den wir aber zu dem Zeitpunkt noch nicht hatten).

Samstag, 12. Juni: Abfahrt nach Bremen

Die erste Herausforderung war natürlich, unser Gepäck samt Zelt in den winzigen Fiat zu packen. Simsalabim: Wenn man die Rückbank ausbaut, passt alles easy rein und man kann sogar noch durch die Heckscheibe schauen. Da wir weitgehend auf Autobahnen verzichteten, hatten wir vorab schon grob die Strecke über Bundes- und Landstraßen herausgesucht. Am Samstagmorgen gegen 9 Uhr sind wir erst schnell zum Coronatest und direkt anschließend in Richtung Bremen gefahren.

Gemütliche Sache, so eine Fahrt im Oldtimer. Der Klausi fährt maximal 110 Km/h und fühlt sich so richtig wohl mit 90. Wir kamen nach etwa sechs Stunden in Bremen an, was jetzt auch nicht so wahnsinnig langsamer ist als mit einem modernen Auto über die Autobahn. Was man dann allerdings nicht hat: lachende und winkende Menschen und nette Gespräche an der Tankstelle oder auf dem Parkplatz, wenn man sich mal eine Pause gönnt.

Hier haben wir übernachtet: Hanse Camping Bremen am Stadtwaldsee

Das haben wir bezahlt:

  • 12 Euro pro Person und Nacht = 72,00
  • 7 Euro pro Nacht für den Zeltplatz = 21,00
  • 3,50 Euro pro Nacht für das Auto (es hätte kostenlos außerhalb geparkt werden können) = 10,50

Gesamtkosten = 103,50 Euro

Das gab es fürs Geld:

  • frei wählbarer Platz auf der fast leeren Zeltwiese
  • top gepflegte, moderne und saubere Sanitäranlagen
  • W-Lan im Sozialgebäude (das zu diesem Zeitpunkt noch geschlossen war wegen Corona)

Wer sein eigenes Badezimmer haben möchte, kann eines von fünf Familienbädern reservieren, das dann kein anderer benutzt. Das fände ich in der Hauptsaison und für Familien mit Kindern super!

Direkt neben dem Campingplatz gibt es ein Restaurant, das „Il Lago“, mit einer Terrasse direkt am See. Dort haben wir am ersten Abend lecker Pizza gegessen.

Außer einer See-Umrundung zu Fuß haben wir am Anreisetag nichts mehr unternommen. Wir waren doch ein bisschen platt vom Fahren. Abends nach dem Essen gab es noch ein nettes Schwätzchen mit zwei Herren, die ebenfalls ihr Zelt auf der Wiese aufgeschlagen hatten. Danach sind wir auch schon ins Zelt gekrabbelt.

Sonntag, 13. Juni: Bremerhaven und Worpswede

Die Nacht war etwas unruhig, denn unglücklicherweise verläuft die Autobahn A27 in der Nähe. Im Wohnwagen bekommt man den Autolärm sicher nicht so sehr mit, durch die dünne Zeltwand hört man ihn dann doch. Aber wirklich schlimm fanden wir das nicht – wer müde ist, schläft überall. 😉

Frühstück im klassischen Sinne gab es nicht, denn wir hatten keine Kühlmöglichkeit und demnach auch keine Lebensmittel wie Butter, Käse und Co. dabei. Aufgrund der Coronapandemie bot der Campingplatz keinen Brötchenservice an (was das mit Pandemie zu tun haben soll, ist mir immer noch unklar). Also gab es einen Kaffee vom Gaskocher zum Start in den Tag. Wir wollten nach Bremerhaven und würden dort sicher eine Möglichkeit zum Frühstücken finden.

Bremerhaven ist rund 50 Kilometer von Bremen entfernt und nach einer knappen Stunde parkten wir unseren Klausi direkt am Neuen Hafen in den Havenwelten. Das Wetter war perfekt: Sonne, viel Wind und blauer Himmel. Wir liefen über den Durchgang im Columbus-Center in die Fußgängerzone und fanden dort tatsächlich einen Bäcker, bei dem man vor der Tür in der Sonne sitzen und frühstücken konnte. Mit Franzbrötchen und Cappuccino machten wir es uns gemütlich.

Dann sind wir natürlich am Hafen entlang gebummelt. Dort befinden sich übrigens auch das Klimahaus, der Zoo am Meer und das Deutsche Auswanderermuseum. Dieses stand auf unserer Wunschliste ganz oben, wurde aber gerade erweitert und erst Ende Juni wieder für Besucher geöffnet. Schade – aber so haben wir nochmal einen Grund für einen nächsten Bremerhaven-Besuch…

An der Einfahrt zur Hafenschleuse steht der Alte Leuchtturm. Architekt Simon Loschen baute ihn ab 1853 im neugotischen Stil. Kein Hafenbummel ohne Fischbrötchen! Das holten wir uns am Kutter im Hafen. Noch ein alkoholfreies Bier dazu – so schmeckt Urlaub.

Inzwischen war es Nachmittag und wir entschieden uns spontan noch für einen Ausflug ins Künstlerdorf Worpswede. Davon hatte ich schon einiges gehört und freute mich auf einen kleinen, malerischen Ort mit vielen alten Häusern und Flair. Nun ja, wie soll ich’s sagen…? Der Knaller ist Worpswede leider nicht. Klar, die Künstlerhäuser und auch viele Kunstobjekte kann man dort sehen, aber leider auch jede Menge Läden, die 0815-Deko und Kram anbieten. Das nimmt dem Erscheinungsbild viel von seiner ursprünglichen Atmosphäre und lässt eher Kaffeefahrt-Stimmung aufkommen. Schade. Was uns sehr gefallen hat, waren die Kirche und der Friedhof, der zu einem ruhigen Spaziergang einlädt. Viele Künstlerinnen und Künstler sind dort begraben unter anderem Paula Modersohn-Becker – und man kann außergewöhnliche Grabsteine und Skulpturen bestaunen.

Zurück in Bremen fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt. Direkt am Campingplatz gibt es eine Bushaltestelle, sodass man in knapp zehn Minuten in der City ist. In Findorff waren wir mit einer Freundin beim Inder verabredet. Wir hatten uns ewig nicht mehr live gesehen und genossen einen netten Abend bei leckerem Essen und viel Gesabbel.

Montag, 14. Juni: Bremen

Den Montag hatten wir uns für einen Bremen-Bummel reserviert. Wir starteten also wieder mit dem Bus in die Innenstadt und stiegen beim Rathaus aus. Da wir schon zweimal in Bremen waren, wussten wir, wo die Einkaufsstraßen sind und wo sich welche Sehenswürdigkeit befindet. Wir hatten keinen Terminplan und ließen uns einfach treiben. Schon komisch, das erste Mal wieder durch eine größere Stadt zu bummeln und Geschäfte zu besuchen. An diesem Tag fiel in Bremen übrigens die Maskenpflicht im Freien.

Wir machten eine Pause an der Schlachte, aßen mittags Pannini beim Italiener und fühlten uns kurzfristig wie im Süden. Die Temperaturen kletterten auch bis an die 30-Grad-Marke – Sommer! Was ich Euch unbedingt empfehlen kann, ist „Made in Bremen“. Allein das Kaufhaus in der Langenstraße aus dem 16. Jahrhundert ist ein Highlight. Dort ist „Made in Bremen“ noch bis 31. Dezember 2022 zu finden. Im Kaufhaus gibt es alle möglichen regionalen Produkte – vom T-Shirt vom Bremer Designer über Craftbeer bis zum Bremen-Krimi. Ganz toll! Auch eine super Adresse für außergewöhnliche Mitbringsel…

Anschließend wollten wir noch in die neu gebaute Überseestadt. Nach einer kleinen Odyssee landeten wir mit dem Bus dort und liefen bis zum Europahafen. Dort gibt es die „Alte Feuerwache“, ein Restaurant in einem historischen Backsteingebäude direkt am Hafen. Wir ließen es uns bei alkoholfreiem Weißbier gutgehen und beobachteten das Hafenleben.

Dienstag, 15. Juni: Fischereihafen Bremerhaven und Wremen

Nach einer letzten Nacht in Bremen hieß es: Zelt abbauen, alles zusammenfalten und das Gepäck wieder in den Klausi stopfen. Unser nächstes Ziel hieß: Messehalle 3, Coronatest für den nächsten Campingplatz in Wremen. Den haben wir auch schnell hinter uns gebracht. Weiter ging es zu einem Date im Fischereihafen Bremerhaven. Dort waren wir mit meinem ehemaligen Chef verabredet, der inzwischen in Bremerhaven lebt und arbeitet.

Als Treffpunkt hatten wir den Fischereihafen vereinbart. Diesen wollten wir uns nämlich unbedingt noch anschauen, bevor die Tour weiter nach Wremen ging. Im Fischereihafen wird einem sehr schnell deutlich, wer die großen Player der Fischverarbeitung sind: Käpt’n Iglo, Deutsche See und Frosta haben dort riesige Hallen und Produktionsstraßen, in denen der frische Fisch verarbeitet wird. Relativ neu und eine kleine Bummelmeile ist das „Schaufenster“ im Fischereihafen. In der ehemaligen alten Fischhalle sind jetzt Gastro und Shops untergebracht. Regelmäßig werden kulinarische Rundgänge rund um das Thema Fisch angeboten – klar – und es finden Veranstaltungen statt. Nach einer Runde durchs Karree wollte mein Ex-Chef noch Fisch kaufen und wir sind spontan mitgekommen. Die Aussicht auf die Spezialität des Ladens hatte uns neugierig gemacht. So staunten wir erstmal Bauklötze, als wir diese Fischtheke sahen und gönnten und dann portugiesische Tapas, Fischfrikadellen nach Art des Hauses. Bestens gestärkt ist einer aus unserem Trio wieder zur Arbeit gefahren und wir weiter zum nächsten Ziel.

Die nächsten zwei Nächte wollten wir unser Zelt in Wremen am Campingplatz „Am Wremer Tief“ aufschlagen. Das Besondere: Der Platz befindet sich vorm Deich, also direkt am Wasser. Genau das Richtige für zwei Wasserverrückte wie uns! Wer einen Platz mit abgeteilten Parzellen, großen Gebäuden und Co. erwartet, wird sich die Augen reiben. Vielmehr ist der Campingplatz eine riesige Wiese, abgeteilt durch zwei Schotterwege, fertig. Rezeption, WCs und Duschen sind sin Containern untergebracht, weil logischerweise im Herbst alles wieder abgebaut werden muss – die Fläche wird regelmäßig überflutet. Uns hat der Platz an die Campingplätze auf Island erinnert und wir waren sofort begeistert.

Camping Zelten Wremen Nordsee

Platzwart Manfred zeigte uns die Zeltwiese. Wir waren platt, denn auf der großen Wiese stand kein einziges Zelt. Also überlegten wir kurz, dass Windschutz von einer Seite nicht verkehrt wäre und bauten unser Zelt in der Nachbarschaft der Dauercamper auf. Diese „wohnen“ etwas erhöht, wodurch wir Windschatten hatten. Ratzfatz war das Zelt aufgebaut und wir bummelten zum Kutterhafen hinüber. Dort, so wurde uns verraten, sollte es einen Foodtruck mit tollen Cookies und ein Café mit dem besten Apfelkuchen geben. Wir entschieden uns für Cookies und Cappuccino bei John von „Brownies & Cookies“, hielten ein netten Schwätzchen und schauten auf Hafen und Leuchtturm.

In Wremen steht der „Kleine Preuße“, ein nur 10 Meter hoher Leuchtturm, den man an Wochenenden auch besichtigen kann. Auch heiraten kann man dort. Direkt neben dem Hafen befindet sich der Wremer Strand – allerdings mit Gras statt Sand. Es gibt Strandkörbe und Sanitäranlagen. Wremen selbst ist ein kleines, gemütlich Nordseebad mit einigen Restaurants, vielen Ferienwohnungen und noch mehr Ruhe. Perfekt, um einfach mal abzuschalten. Wir waren abends im „Landhaus Wremer Deel“ neben der Kirche zum Essen. Das Restaurant war ein echter Glücksgriff, denn selten habe ich besseren Fisch gegessen! Nicht abschrecken lassen: Es sieht etwas nach 90er-Jahre-Plüsch aus, aber die Küche ist wirklich top. Wir waren direkt noch zweimal da…

Mittwoch, 16. Juni: Mit dem Rad am Deich entlang

Kein Nordsee-Urlaub ohne eine Radtour. Nach dem Frühstück – an der Rezeption kann man am Vortag seine Brötchenbestellung aufgeben und morgens lecker frühstücken – sind wir bei knalligem Sommerwetter in den Ort zum Fahrradverleih gelaufen. Dort haben wir uns für einen Tag Räder geliehen und sind einfach am Alten Deich entlang in Richtung Norden geradelt. Wo es schön ist, halten wir an und mittags suchen wir uns ein Krabbenbrötchen. Das war der Plan.

Geradelt sind wir bis Spieka Neufeld, dann haben wir umgedreht und sind gemütlich über Cappel Neufeld (witzig, bei uns gibt es auch ein Cappel) und Dorum zurückgefahren. In Dorum war Zeit für das obligatorische Krabbenbrötchen. In Dorum steht auch das Leuchtturmdenkmal Obereversand. Wer möchte, kann auf den Turm steigen und die Aussicht aufs Wattenmeer genießen. Auf der Wiese neben dem Leuchtturm gibt es große Holzliegen und als wir da waren, haben Mitarbeiter des Bauhofs gerade Sonnensegel aufgehängt. Oberhalb der Wiese hat man die Wahl zwischen Fischbrötchen und Co., Pizza, Pommes und Eis.

Zurück in Wremen sind wir im Siebhaus am Kutterhafen eingekehrt. Das war der Tipp mit dem Apfelkuchen. Was soll ich sagen? Hammer! Viel Zimt, viel Apfel, viel Kuchen und viel gute Laune in der Sonne. Inzwischen war der Hochsommer zurück und die Temperatur knapp unter der 30-Grad-Marke. Irre, so warm hatte ich es an der Nordsee auch noch nicht erlebt…

Abends lassen sich am Wremer Strand übrigens tolle Sonnenuntergänge beobachten! Auch das riesige Containerterminal des Überseehafens Bremerhaven sieht man vom Campingplatz aus in einiger Entfernung. Dort wird rund um die Uhr verladen und wenn es dunkel wird, sieht die Anlage mit ihren Kränen und Lichtern noch beiendruckender aus als am Tag.

Donnerstag, 17. Juni: Cuxhaven & Otterndorf

Eigentlich war der Plan, nach zwei Tagen zum Camping nach Otterndorf umzuziehen. Weil uns aber der Platz und der Ort so gut gefielen, haben wir einfach um eine Nacht verlängert. Nach dem Frühstück haben wir den blauen Klaus gestartet. Wir wollten Cuxhaven anschauen, wenn man schonmal in der Nähe ist… So richtig gut gefallen hat es uns dort allerdings leider gar nicht. Also weiter nach Otterndorf. Da sollte es netter sein. War es auch. Wir sind mittags durch den Ortskern gebummelt und dann zum Deich gefahren. Dort lag auch der Campingplatz am „Südsee“, den wir uns ursprünglich ausgeguckt hatten.

Am Strand fliegen bunte Drachen, man kann baden (im See übrigens auch) und der Gras“strand“ sieht einfach nur einladend aus. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass vor allem Kinder hier jede Menge Spaß haben können. Gut durchgegart sind wir am späten Nachmittag wieder in Wremen angekommen. Jetzt war es höchste Zeit für eine Abkühlung. Glücklicherweise war nachmittags Flut, sodass wir uns in die Nordsee stürzen konnten. Herrlich erfrischende 19 Grad taten aber sowas von gut! Bestens erfrischt sind wir abends noch einmal in der Wremer Deel eingekehrt.

Freitag, 18. Juni: Bremerhaven

Da war er auch schon, der letzte Urlaubstag. Am Vormittags mussten wir einen kurzen Stop hinterm Deich einlegen und einen aktuellen Coronatest machen. Auch in Wremen ging das extrem schnell und kurz danach kamen die negativen Ergebnisse per E-Mail. Also schnell an der Rezeption abgeben, direkt noch eine letzte Nacht buchen und Abfahrt nach Bremerhaven.

Da wir uns zum Bleiben in Wremen entschieden hatten, konnten wir auch noch eine Hafenrundfahrt in Bremerhaven unternehmen. Die hatte uns mein Ex-Chef empfohlen. Bei bestem Wetter kamen wir am Hafen an und hatten Glück: Schon zehn Minuten später sollte das Schiff ablegen.

Die Fahrt kostet pro Person 12 Euro und dauert etwas über eine Stunde. In Bremerhaven liegen richtig dicke Pötte, wie wir schon von Weitem aus dem Auto gesehen hatten. Während der Hafenrundfahrt kommt man nicht nur extrem dicht an die riesigen Schiffe heran, der Guide erklärt auch viele spannende Dinge, die sich im Hafen abspielen. Total irre fand ich, dass in die größten der Frachtschiffe bis zu 35.000 PKW passen! Wie am Fließband fahren die Mitarbeiter die Autos auf die Schiffe.

Während der Tour kamen wir auch am aktuellen ZDF-Traumschiff vorbei und an der „Artania“, dem Kreuzfahrtschiff aus der Serie „Verrückt nach Meer“. Beeindruckt gingen wir von Bord. Meine Empfehlung: Falls Ihr nach Bremerhaven kommen solltet, macht unbedingt eine Hafenrundfahrt!

Zurück an Land gönnten wir uns das letzet Krabbenbrötchen des Urlaubs und bummelten dann noch durch die Fußbgängerzone. Jo… ist eben eine Fußgängerzone. 😉 Aber mal wieder schön, durch Läden zu schlendern und Leute zu gucken. Nach dem Stadtbummel fuhren wir zurück nach Wremen und legten noch einmal einen Kaffee-Stop bei John ein. Da es inzwischen Freitag später Nachmittag war, füllte sich der Campingplatz und wir hatten großen Spaß dabei, die ankommenden Wohnmobilfahrer dabei zu beobachten, wie sie ihre „Häuser“ einparkten und das Drumherum aufrüsteten. Was es nicht alles gibt, sage ich Euch…

Zum Abschluss des gelungenen Urlaubs wollten wir noch einen heißen Chef-Tipp annehmen und so richtig schick essen gehen. Und zwar im „Pier 6“ im Hafen Bremerhaven. Wir hatten Glück und konnten einen Tisch im Freien direkt am Wasser reservieren. Etwas Salonfähiges zum Anziehen gab die Camper-Garderobe auch noch her! Das Restaurant ist wirklich toll und  sowohl Essen als auch Service perfekt. Herr krimiundkeks hatte Fisch, ich Hähnchen und zum Dessert wählten wir das „Herren-Gedeck“ (Creme Brulée, Espresso, ein Stück Brownie und einen Weinbrand). Camping de Luxe!

Fröhlich und ich etwas betüddelt vom Weißwein – musste ja nicht fahren – sind wir am Überseehafen entlang Richtung Wremen gefahren. Dabei kommt man an der berühmten „Letzten Kneipe vor New York“ vorbei. Klar, dass wir noch einen Fotostopp einlegen mussten und ich mich waghalsig auf die Straße stürzte zum Fotografieren.

Letzte Kneipe vor New York Bremerhaven

Für den Abend waren Gewitter angekündigt. Zum Glück zogen sie übers Emsland, sodass wir trocken blieben. Allerdings kam sehr heftiger Wind auf und unser Zelt wurde ordentlich durchgeschüttelt. Bei einigen Wohnmobilfahrern flogen die Markisen davon. Die Nacht war entsprechend unruhiger als die letzten, aber irgendwann schlummerten wir dann doch ein.

Samstag, 19. Juni: Rückreise

Die größte Herausforderung war am nächsten Morgen, das Zelt bei immer noch frischem Wind abzubauen und zusammenzufalten. Wir verstauten alles wieder sicher im blauen Klaus und checkten aus. Für die vier Übernachtungen plus Brötchen zum Frühstück haben wir insgesamt 52 Euro bezahlt. Darin enthalten war die Nutzung der Duschen und des WCs. Ich konnte gar nicht glauben, dass die Summe so niedrig war und fragte zur Sicherheit noch einmal nach.

Camping Wremen Wremer Tief Fiat 500

Auch die Rückfahrt führte uns über Bundes- und Landstraßen. Der Tag war sehr heiß und wir genossen den Fahrtwind durch die offenen Fenster. Klimaanlage? Gibt’s natürlich nicht.

Mein Fazit nach einer Woche Camping im Norden: Was für ein geiler Urlaub! Ich habe letztes Jahr auf Island schon festgestellt, dass es für mich keine Luxushotels und Firlefanz braucht. Vorausgesetzt, es ist warm und trocken, finde ich Camping mit Zelt absolut ok. Zumal man im Gegensatz zum Wohnmobil immer und überall einen Platz findet und meistens viel Platz um sich herum hat. Die Woche war perfekt für uns, denn es gab vom Stadtbummel bis zur Radtour und dem Sonnenuntergang am Meer alles, was man sich wünschen kann. Aktives Entspannen und Entschleunigen war angesagt. Das würde ich glatt nochmal machen…

 

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