Schlagwort-Archive: Krimi

Assistenzarzt in Angst: „Anfängerfehler“

Das Krimidebüt von Andrea R. Klier

Der junge Assistenzarzt Frederik Hendriksson tritt eine Stelle in der Hamburger Klinik an, in der auch sein Vater Maximilian als Chefarzt arbeitet. Als angehender Neurochirurg ist er stolz, seine erste Operation selbst durchzuführen, gemeinsam mit dem dem Team geht er ab und an auf ein Feierabendbier – alles im Lot, könnte man sagen. Als sich Frederik in eine seiner Patientinnen verguckt und sein Vater davon Wind bekommt, kommt es allerdings zum großen Krach im Hause Hendriksson und Frederik zieht vorübergehend in ein Hotel. Weiterlesen

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Tödliches Verbrechen im Bilderbuch-Ort

Ulrike Buschs Krimi „Tod am Deich“ räumt auf mit der Idylle in Greetsiel

Kann es etwas Friedlicheres geben? Schafe grasen am Deich, die Nordseewellen sind zu hören und mit dem Meer im Blick lässt es sich herrlich radeln. Genau das macht auch Hauptkommissar Tammo Anders. Mit Hund Buddy startet er zu einer flotten morgendlichen Runde, Herrchen auf dem Rad, der Vierbeiner fröhlich wedelnd nebenher. Doch der Tag, der so friedlich beginnt, wird nur Minuten später eine gruselige Wendung nehmen…  Weiterlesen

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Heiraten ist nichts für Feiglinge: „Gefallen auf dem Feld der Ehe“

Stephan Hähnel schrieb mit spitzer Feder und einer großen Portion schwarzem Humor 21 „Mordsgeschichten“

Periplaneta Gefallen Tod Ehe Stephan Hähne krimiundkeks

„Bis dass der Tod Euch scheidet.“ Wer kirchlich geheiratet hat, wird sich sicher an diese Worte während der Trauung erinnern. Bis es so weit ist, vergehen hoffentlich Jahrzehnte voller Liebe und Glück, schließlich ist der Gang vor den Traualtar die Krönung jeder Beziehung. Was aber, wenn man nach mehr oder weniger kurzem Eheglück den Partner absolut nicht mehr ertragen kann, man sich ihn am liebsten für immer weg wünscht und keinen Tag länger mit ihm zusammensein möchte…? Ganz klar: Man hilft dem „Glück“ ein wenig auf die Sprünge und entscheidet selbst, wann der Tod das Paar scheidet.

Keine Angst, ich schreibe hier auf keinen Fall meine Gedanken herunter, nach noch nicht einmal zwei Jahren Ehe habe ich noch längst nicht das Bedürfnis, Herrn krimiundkeks loszuwerden! Vielmehr ist die oben beschriebene Lösung die Idee der Eheleute in Stephan Hähnels Buch „Gefallen auf dem Feld der Ehe“, die sich ihrer Ehefrauen und -männer für immer entledigen.

In 21 Kurzgeschichten – mal kriminell, mal blutig, mal raffiniert – beschreibt der Autor Szenen einer Ehe, die immer tödlich enden. Die im Sand verbuddelte und über Jahre vergessene Frau des zerstreuten Professors ist ebenso mausetot wie der Gatte, dessen Ehefrau ihm von Liebe erfüllt einen tödlich-giftigen Schal gestrickt hat…

Als Geschenk zum Valentinstag ist „Gefallen auf dem Feld der Ehe“ vielleicht nicht ganz das passende Geschenk unter Liebenden (obwohl, es bringt etwas Nervenkitzel…). Wer allerdings seine Freude an schwarzem Humor und skurrilen Geschichten hat, wird mit diesem Buch eine Menge Spaß haben.

Stephan Hähnel hat bereits zehn Bücher mit Krimi-Kurzgeschichten veröffentlicht und ist der Gründer des „Berliner Krimimarathons“, Berlin-Brandenburgs größtem Krimi-Festival.

Stephan Hähnel: „Gefallen auf dem Feld der Ehe“ Mordsgeschichten. Wenn aus Worten Taten werden. Taschenbuch, 182 S., ISBN: 978-3-95996-022-9, Periplaneta, Edition Totengräber, Preis: 13 Euro

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Der lustige Herr Weiler kann auch kriminell

Eine kleine Warnung vorweg: Jan Weilers Krimi-Debut „Kühn hat zu tun“ kann einen beim Lesen ab und an ziemlich überfordern… Mitunter kommt es vor, dass die Gedanken im eigenen Kopf ebenso wild Karussell fahren wie die Gedanken und Erinnerungen im Kopf der Titelfigur! Gedanken-Fetzen-Monologe, Gift im Keller, ein verschwundenes Mädchen, Geldsorgen einer ganz normalen Familie, verstörende Erinnerungen und obendrein mit dem Messer malträtierte Leichen – schwere Kost, die Weiler seiner Leserschaft hier auftischt.

Kommissar Martin Kühn hat in der Tat zu tun: In der Neubausiedlung Weberhöhe in München verschwindet ein kleines Mädchen, am selben Abend wird eine männliche Leiche fast direkt hinter Kühns Garten abgelegt, und dann ist da noch die Gedankenflut in seinem Kopf, Tochter Alina, die trotz Dauer-Ebbe in der Familienkasse ein Pferd haben will, der pubertierende Sohn Niko, der scheinbar empfänglich für rechtes Gedankengut ist, die nicht eintretende Beförderung und, und, und…

Ist der Stil anfangs recht gewöhnungsbedürftig, schafft Weiler es im Laufe der Handlung, den Leser zu fesseln und an den Grübeleien des Kommissars Anteil zu nehmen und zu dem Schluss zu kommen, dass dessen innere Monologe auch gut auf einen selbst übertragen werden könnten! Nach kurzer Zeit empfindet man große Sympathien für den 44-jährigen Ermittler, der im Gegensatz zu vielen seiner „Kollegen“ in der Literatur kein Superheld ist, sondern ein Familienvater mit ganz alltäglichen Sorgen.  Emphatisch, mit einem Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen und als Meister des Spannungsaufbaus präsentiert sich Jan Weiler als Krimiautor. Ein Literaturtipp, der sich wirklich gelohnt hat und Lust auf mehr aus Kühns Leben macht!

Jan Weiler: „Kühn hat zu tun“, Rowohlt, ISBN: 978-3-463-40643-5 (Print), 978-3-644-31401-6 (E-Book), 19,95 Euro/16,99 Euro (E-Book)

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